Seitentitel: Öfter mal abschalten
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Atomausstieg ist Ihr privater Ausstieg. Mit dem Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter zahlen Sie kein Geld mehr an die Atomkonzerne und fördern den Ausbau erneuerbarer Energien.
In Deutschland gibt es verschiedene Ökostromanbieter, die unabhängig von den Betreibern der Atomkraftwerke sind und die keinen Atom- oder Kohlestrom zukaufen sondern fast ihren gesamten Strom aus regenerativen Energien beziehen (weitere Informationen zum Strommarkt finden Sie hier). Die Preise dieser Ökostromanbieter liegen zwar noch leicht über den günstigsten Billigtarifen der großen Energiekonzerne, im Vergleich mit den Durchschnittspreisen für Atom- oder Kohlestrom ist Ökostrom aber nicht mehr systematisch teurer, wie ein aktueller Preisvergleich der Deutschen Umwelthilfe belegt.
Auch das Verbraucherportal toptarif kommt in seinen Berechungen zu diesem Ergebnis und die Stiftung Warentest stellt in Bezug auf die Kundenzufriedenheit fest „Ökostromer machen glücklich“, denn reine Ökostromanbieter haben die zufriedensten Kunden.
Die eventuell durch den Stromwechsel entstehenden Mehrkosten kann man durch ein paar einfache Stromspartricks wieder ausgleichen, den Atomstrom also einfach einsparen.
Wenn Sie mehr über den Stromwechsel erfahren wollen oder die Stromwechselidee weiter verbreiten möchten, nehmen Sie doch an einem Stromswechseltraining teil.
Atomstrom wegsparen in drei Schritten, so geht's:
1. Zu einem echten Ökostromanbieter wechseln
2. eventuelle Mehrkosten ausrechnen
3. Atomenergie wegsparen
1.) Den Stromanbieter wechseln
Das Bündnis „Atomausstieg selber machen“, dem auch genanet angehört, empfiehlt vier unabhängige Stromanbieter, von denen kein Geld zu den Atomkraftwerksbetreibern gelangt und die gleichzeitig in erneuerbare Energien investieren: Naturstrom, Lichtblick, Greenpeace energy und Elektrizitätswerke Schönau (EWS).
Der Wechsel zu einem Ökostromanbieter ist ganz einfach: Sie wählen einen Anbieter aus, laden das Vertragsformular herunter und füllen es aus. Dafür brauchen Sie nur die Nummer Ihres Stromzählers, die Sie auf Ihrer letzten Stromrechnung oder auf dem Zähler selbst finden. Wenn der Vertrag ausgefüllt und unterschrieben ist, schicken Sie ihn ab. Alles weitere, also auch die Kündigung des alten Vertrags, übernimmt Ihr neuer Stromanbieter.
Obwohl alle Stromanbieter ihren Strom, sei es Atomstrom, Kohlestrom oder Ökostrom in das gleiche Stromnetz einspeisen, aus dem alle VerbraucherInnen ihren Strom beziehen, entscheidet ihre Wahl des Stromanbieters darüber, welches Unternehmen seinen Strom ins Netz einspeisen kann und für den von Ihnen verbrauchten Strom Geld bekommt. Das heißt, wenn mehr Ökostromanbieter ihren Strom einspeisen können, dann wird der ins Netz eingespeiste Strom insgesamt sauberer und enthält anteilig weniger Atom- und Kohlestrom.
Kernenergie macht derzeit noch über 20% des in Deutschland verwendeten Strommixes aus, das heißt aber nicht, dass wir auch zukünftig Atomenergie für unsere Energieversorgung brauchen. Eine Studie des Umweltbundesamtes hat bestätigt, dass beim Festhalten an den aktuellen Atomausstiegsplänen keine Versorgungslücke zu erwarten ist.
2.) Eventuelle Mehrkosten ausrechnen
Mit Hilfe des Ökostromrechners auf www.bund.net/stromrechner kann leicht errechnet werden, wie viel Sie für den Bezug von Ökostrom bezahlen müssten. Auf Ihrer letzten Stromrechnung können Sie Ihren Jahresverbrauch und den Preis für Ihren bisherigen Strom erfahren.
Der Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter ohne Verknüpfungen mit der Atomwirtschaft führt nicht zwangsläufig dazu, dass ihr Strom teurer wird. Je nachdem, wie günstig der Tarif ihres vorigen Stromanbieters war, kann es aber eventuell zu leichten Mehrkosten kommen. (siehe ausführliche Info zu Stromherstellung und Stromanbietern, link zur duh-Studie). Diese Mehrkosten lassen sich mit ein paar einfachen Energiesparmassnahmen aber leicht wieder einsparen.
3.) Atomenergie wegsparen
Egal ob der Wechsel zu einem Ökostromanbieter dazu führt, dass sie mehr Geld für ihren Strom ausgeben oder nicht, Strom sparen hilft den riesigen „Energiehunger“ der Industrieländer zu reduzieren und somit auch zukünftig eine nachhaltige Energieversorgung möglich zu machen.
Derzeit macht Atomenergie noch etwas über 20% des in Deutschland verbrauchten Stroms aus, wenn wir diese 20% einsparen, machen wir Atomkraftwerke sofort überflüssig und die Atomlobby hat ein Argument weniger.
Strom sparen ist nicht schwer und völlig unaufwändig. Sie müssen auch nicht auf Ihren gewohnten Komfort verzichten – wenngleich wir glauben, dass im Sinnen eines tiefgreifenden Klimaschutzes zukünftig darüber nachgedacht werden muss, was wir wirklich brauchen und wo Verzicht angesagt ist. Grundsätzlich gilt: wer eine Reihe von simplen Regeln beachtet, kann viel Energie und Geld sparen. Strom sparen spart nicht nur Geld sondern ist auch die effektivste Maßnahme zur Vermeidung von Atommüll, zum Klimaschutz und zur Sicherung der zukünftigen Energieversorgung!