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GENANEWS MÄRZ 2012 ERSCHIENEN
Der aktuelle Newsletter hat seinen Schwerpunkt bei den Frauen- und Gender-Aktivitäten zur Green Economy in Deutschland, Europa und weltweit. Er informiert darüber hinaus über...
ABSCHLUSSBERICHT DES ÖKOSTROMPROJEKTES
Der Abschlussbericht des Forschungsprojektes "Erneuerbare Energie und Ökostrom. Zielgruppenspezifische Kommunikationsstrategien" liegt jetzt vor, in der Langfassung des...
CARE & GREEN ECONOMY
Ein neues Papier, das im Rahmen des Projektes G3 Green Economy geschlechter_gerecht veröffentlicht wurde, zeigt die Verbindungen zwischen Care und Green Economy auf. Wir freuen uns...
Um die immer wichtiger werdende Rolle von Frauen in der green economy der USA zu dokumentieren, hat das online Magazin Center for American Progress einen Bericht mit dem Titel Women’s Role in the Clean Energy Economy - Women Will Be Critical Workers and Innovators of the Future veröffentlicht. Demnach sind die USA auf die Arbeit von Frauen in diesem Wirtschaftsbereich angewiesen, zum einen, um die Rezession zu überwinden und zum anderen um im globalen Wettbewerb zu bestehen.
Der Bericht hebt drei unterschiedliche Bereiche hervor, in denen Frauen in Zukunft eine signifikante Rolle spielen können: die ‚green jobs’, das Ingenieurswesen und die Unternehmensführung.
Als green jobs können alle Arbeitsplätze der Wirtschaft bezeichnet werden, die sich mit Umweltschutz befassen. Leider gibt es auch heute noch viele Barrieren für Frauen beim Zugang zu den notwendigen Bildungs- und Trainingsprogrammen. Aber es gibt bereits an einigen Orten Programme, die gerade Frauen für hoch bezahlte und nachgefragte Karrieren im erneuerbaren Energiesektor fördern und ausbilden, so beispielsweise die Projekte Vermont Works for Women in Burlington oder Women Going Green in Atlanta.
In der Naturwissenschaft und dem Ingenieurswesen werden viele hochqualifizierte Arbeitskräfte benötigt, um Forschung und Entwicklung für Innovationen voranzutreiben und um global wettbewerbsfähig zu sein. Das online Magazin Center for American Progress stellt heraus, dass Frauen in diesem Bereich der sauberen Energiewirtschaft einbezogen werden können und sollten – der Bericht versteht dies sogar als zwingende Notwendigkeit für das Bestehen im Wettbewerb, da aufsteigende Nationen wie China oder Indien die bisherige ökonomische und technologische Überlegenheit der USA herausfordern werden.
Von Frauen geleitete Unternehmen machen hohe Gewinne und beschäftigen 16% der ArbeitnehmerInnen der USA. Innerhalb der erneuerbaren Energiewirtschaft gibt es für diese Unternehmen hohe Nachfrage, doch in dem momentanen Wirtschaftsklima ist das Gründen eines eigenen Unternehmens für jeden und gerade für Frauen eine große Herausforderung. Die größten Barrieren für Frauen sind der Zugang zu Startkapital, Verbindungen zu Geschäftsnetzwerken und technisches Fachwissen. Das bereits erwähnte Projekt Women Going Green ist ein Beispiel, das Frauen bei der Bewältigung dieser Aufgaben Unterstützung bietet.
Der Bericht arbeitet gut heraus, an welchen Stellen großer Handlungsbedarf zur Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Umweltwirtschaft besteht. Doch als einzige Notwendigkeit für die Chancengleichheit nennt der Bericht das Bestehen im globalen Wettbewerb. Geschlechtergerechtigkeit spielt offenbar keine Rolle.
Die Grüne Bundesfrauenkonferenz hat zwar auch keine feministische Position zum ‚Green New Deal’ bezogen, aber immerhin die Einbeziehung von Frauen und Geschlechtergerechtigkeit gefordert.
Die Erklärung der Bundesfrauenkonferenz der Grünen finden Sie hier.
Die Themen Umwelt und Klima sind nicht nur ein elementares Handlungsfeld der Politik. Mittlerweile verbirgt sich dahinter ein boomender Wirtschaftszweig – vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien. Das Dossier „Berufe in der Umweltbranche“ von www.frauenmachenkarriere.de wirft einen Blick auf Berufsperspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten in der Umweltbranche und stellt einige der vielfältigen Berufe und dort beschäftigte Frauen beispielhaft vor.
Umweltbranche wird überdurchschnittlich wachsen
Umwelt- und Klimaschutz schafft einen großen, neuen Markt für Arbeitsplätzen: 2002 waren 1,5 Millionen Menschen in der deutschen Umweltbrache beschäftigt, 2006 bereits 1,8 Millionen. Dabei machen die Erneuerbaren Energien den Großteil der umwelt- und klimabezogenen Arbeitsplätze aus: In diesem Bereich gab es bereits 300.000 Beschäftige im Jahr 2009 und der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) rechnet bis 2020 gar mit 500.000 Arbeitsplätzen.
Durch die Wirtschaftskrise scheint die Umweltbranche kaum eingeschränkt und das Bundesumweltministerium prognostiziert für die Branche enorme Umsatzsteigerungen: Umwelttechnologien machten im Jahr 2007 rund acht Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts aus und bis 2020 werde sich dieser Anteil auf 14 Prozent erhöhen und die Umweltindustrie dann die wichtigste deutsche Leitindustrie sein.
Mehr Informationen zum Wachstum in der Umweltbranche.
Hohe Nachfrage nach UmweltingeneurInnen
Durch das starke Wachstum erhöht sich die Nachfrage nach UmweltingeneurInnen und deren Berufsperspektiven sind gut und vielfältig. Die Arbeitsbereiche einer Umweltingenieurin oder eines Umweltingenieurs sind einerseits die Entwicklung von Technik zur Reinhaltung von Luft, Wasser und Boden sowie andererseits die Nutzung der Erneuerbaren Energien. Da beide Bereiche aber sehr vielfältig sind, setzen auch die Universitäten in ihrer Ausbildung einen Schwerpunkt auf einen der beiden Bereiche. Petra Bittrich nimmt durch ihre Tätigkeit als Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin wahr, dass sich Frauen gerade von der Umwelttechnik stärker angezogen fühlen als durch andere naturwissenschaftlichen Fächer. Scheinbar sei der Umweltgedanke bei Frauen stärker ausgeprägt, doch der Studentinnen-Anteil mit etwa zehn Prozent ist letztlich nach wie vor gering.
Forstwirtschaft und Umweltwissenschaften
Doch es gibt in der Umweltbranche nicht nur rein naturwissenschaftliche und technische Berufe und Studiengänge. Daher portraitiert das Dossier die Revierförsterin Julia Wirth, die einen Hochschulabschluss in Forstwirtschaft hat. Ihre Studieninhalte reichten von Klimatologie, Bodenkunde, Botanik und Zoologie über Wald- und Wegebau, Forsttechnik, Jagdbetriebslehre und Waffenkunde bis hin zu Forstpolitik, BWL und EDV und vielem mehr. Laut Statistischem Bundesamt sind knapp ein Drittel der Studierenden im Bereich Forstwissenschaft und wirtschaft weiblich. Den Beruf der Revierförsterin nehmen jedoch wenige Absolventinnen auf.
Auch der Studiengang Umweltwissenschaften bietet ein umweltbezogenes Studium, welches jedoch interdisziplinär ausgerichtet und somit weniger naturwissenschaftslastig ist. In einem Interview spricht die Meeresumweltwissenschaftlerin Sabine Lattemann über ihr Studium an der Universität Oldenburg und über ihre derzeitige Beschäftigung im Umweltbundesamt im Bereich Offshore Windenergie.
Aus- und Weiterbildung für Berufe im Zweig der Erneuerbaren Energien
Um in der Umweltbranche eine Arbeit zu finden, muss man aber nicht studiert haben. Gerade im Bereich der Erneuerbaren Energien werden handwerklich-technisch ausgebildete Fachkräfte gesucht und auch für QuereinsteigerInnen mit Zusatzqualifikationen ergeben sich gute Chancen auf dem wachsenden Arbeitsmarkt. Das Dossier stellt zwei Frauen in Berufen der Erneuerbaren Energie vor: Anita Priller arbeitet als Solarteurin und ist begeisterte Kämpferin für Sonnenenergie. Beratung, Planung und Umsetzung von Fotovoltaikanlagen und Solarthermie sind ihr Arbeitsalltag. Als gelernte Industriemechanikerin nahm sie an einer zweijährigen Fortbildung zur staatlich geprüften Umweltschutztechnikerin teil und profitiert heute stark von dem Boom der Erneuerbaren Energien. Sonja Bu¬ß dagegen ist gelernte Schuhfachverkäuferin und heute, nachdem sie die dreimonatige „Trainingsmaßnahme Wind“ beim Berufsfortbildungswerk Bremerhaven absolvierte, Fachkraft zur Rotorblattinstandsetzung. Ihr Befürchtungen, dass sie in einem „Männerjob“ von den Kollegen belächelt werde, haben sich als falsch erwiesen: „Ich wurde sofort respektiert, da war ich wirklich positiv überrascht.“ Auch Ingolf Lührs, Prokurist bei „L&L Rotorservice“, möchte jungen Frauen bestärken, sich für technische Berufe in diesem zukunftsträchtigen Bereich zu entscheiden. „Motivation und Wille sind entscheidend“, sagt er, „ohne das nutzt mir der beste Fachmann nichts.“
Weiterführende Informationen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bereits in der Berufsausbildung eine Vielzahl an Wahlmöglichkeiten gibt, um später einmal im passenden Umweltberuf arbeiten zu können. Das Dossier bietet eine Hilfestellung, um die Qual der Wahl zu erleichtern und gibt Tipps, worauf man bei der Suche nach dem passenden Studium oder der passenden Ausbildung achten sollte. Mehr als 260 Studiengänge soll es bereits im umweltbezogenen Bereich geben. Übersichtlicher sind da die 12 Ausbildungsberufe, die die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit vorschlägt.
Mit einer zusätzlichen Linksammlung unterstützt das Dossier in der Berufsorientierung, der Aus- und Weiterbildung, für die Wahl des Studium und bei der Stellensuche.